11. – 13. Schuljahr

Dirk Loerwald

Aus guten Gründen gründen

Was genau ist eigentlich das „Soziale beim Social Entrepreneurship?

Üblicherweise lässt sich der Erfolg eines Unternehmens an Zahlen ablesen. So kann man beispielsweise mit Hilfe von Kennzahlen, wie der Umsatzrendite, der Eigenkapitalrendite oder der Gesamtkapitalrendite, die Rentabilität von Unternehmen bestimmen.
Ebenso kann auf der Basis von Faktoreinsätzen, Outputmaßen etc. das Unternehmenswachstum quantifiziert werden. Rentabilität und Wachstum gelten wiederum als zentrale Erfolgsmaße für Unternehmen, weil für alle Unternehmen die Erzielung von Profit eine wichtige Existenzbedingung in einer Marktwirtschaft darstellt.
Soziale Unternehmen
Mit dem sogenannten „Social Entrepreneurship wird diese Sichtweise erweitert. Zwar sind auch „soziale Unternehmen daran interessiert, dass die Geschäfte langfristig laufen und nachhaltig profitabel sind. Ihren Erfolg messen sie aber nicht primär am Unternehmenswachstum oder an der Rentabilität, sondern an den sozialen oder ökologischen Verbesserungen, die durch das unternehmerische Handeln herbeigeführt werden. Das wiederum impliziert, dass bei der Gründung eines sozialen Unternehmens der soziale Zweck klar und präzise definiert, in seinen Wirkungsketten analysiert und für eine Messung operationalisiert werden muss.
Es stehen anders als bei herkömmlichen Existenzgründungen drei Fragen im Fokus:
1. Welche soziale Zielsetzung verfolgt das Unternehmen, d.h. welches gesellschaftliche Problem soll damit gelöst oder abgemildert werden?
2. Womit wird die Verbesserung der Situation erreicht, d.h. welche Maßnahmen des Unternehmens bewirken was in der Gesellschaft?
3. Wie kann die Erreichung des Ziels gemessen werden, d.h. was ist der Erfolgsmaßstab?
Zielsetzungen für den Unterricht
Der Beitrag liefert keine vollständige Anleitung zur Gründung eines sozialen Unternehmens, es geht lediglich um eine erste Auseinandersetzung mit sozialen Gründungen. Dabei werden verschiedene Schritte simuliert, so dass die Schülerinnen und Schüler die Thematik in hohem Maße eigenständig erschließen können.
Lernvoraussetzungen für die vorliegenden Arbeitsblätter sind Grundkenntnisse zum Unternehmen (z.B. Kennzahlen, betriebliche Grundfunktionen etc.). Außerdem sollte das Themenfeld „Existenzgründung schon einmal grundsätzlich mit den Schülerinnen und Schülern behandelt worden sein, bevor die sozialen Gründungen in den Blick genommen werden. Andere Beiträge in diesem Heft liefern dafür die entsprechenden Materialien.
Mit dem Einsatz der vorliegenden Arbeitsblätter im Unterricht werden die folgenden Kompetenzen angestrebt: Die Schülerinnen und Schüler
  • beschreiben, was unter Social Entrepreneurship verstanden wird.
  • erörtern das Verhältnis von ökonomischen und sozialen Zielsetzungen von Unternehmen.
  • vergleichen herkömmliche Existenzgründungen mit sozialen Existenzgründungen.
  • entwickeln eine soziale Vision mit entsprechenden Wirkungsketten.
  • entwickeln in Grundzügen einen sozialen Businessplan mit Hilfe des „Business Modell Canvas.
    Erwartungshorizont
    Erwartungshorizont
    Die Karikatur M1 dient als Einstieg in die Thematik. Es geht bei der Interpretation in erster Linie darum, die grundlegende Frage des Verhältnisses von unternehmerischem Handeln und Ethik bzw. Moral zu thematisieren. Daran kann unmittelbar die Positionslinie (M2 ) anschließen, in der die Schülerinnen und Schüler zu unternehmensethisch relevanten Aussagen Stellung beziehen sollen. Bei dieser Methode kommt es darauf an, dass die Schülerinnen und Schüler miteinander ins Gespräch kommen und deutlich machen, warum sie sich an welcher Stelle positioniert haben. Aufgrund der Ergebnisoffenheit, kann es hierfür keine Musterlösung geben.
    In M3 lernen die Schülerinnen und Schüler über ein Interview einen sozialen Gründer und seine Motive und Vorgehensweise kennen. Damit wird die bisher abstrakte Diskussion auf einen konkreten Fall übertragen. Ziel ist es, durch die...

Weiterlesen im Heft

Vorteile im Abo

Exklusiver Online-Zugriff auf die digitalen Ausgaben der abonnierten Zeitschrift
Print-Ausgabe der abonnierten Zeitschrift bequem nach Hause
Zusatzvorteile für Abonnenten im Online-Shop genießen