5. – 13. Schuljahr

Sven Ripsas

Entrepreneurship Existenzgründungen Start-ups

Ökonomische Grundlagen und neuere Entwicklungen

Der KfW-Gründungsmonitor ist eine wichtige Quelle für empirische Daten über das Gründungsgeschehen in Deutschland. Für das Jahr 2017 stellt der Monitor einen Rückgang der Gründungstätigkeit fest (17%), wodurch die Gründerquote (Originalbegriff aus dem KfW-Gründungsmonitor) auf 1,08% absank, d.h. „im Jahr 2017 waren also von 10.000 Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren 108 Existenzgründer (Metzger 2018, S. 1).
Die Bedeutung von Unternehmensgründungen für die Wirtschaft
Auf den ersten Blick ist die sinkende Zahl an Existenzgründungen eine alarmierende Nachricht. Doch ein genauer Blick auf die Zahlen zeigt, dass das Problem kein rein quantitatives ist, sondern dass es auch eine qualitative Dimension gibt. Und hier hat der KfW-Gründungsmonitor 2018 durchaus Positives zu vermelden, denn die strukturelle Qualität der realisierten Gründungen hat sich 2017 verbessert. „So nahm die Zahl ideengetriebener Chancengründer um 8% auf 333.000 zu. Chancengründungen sind in der Regel überdurchschnittlich bestandsfest und beschäftigungsintensiv und haben daher volkswirtschaftlich einen besonderen Stellenwert. Darüber hinaus ging es bei der Zahl innovativer Gründer (76.000, +31%), digitaler Gründer (144.000, +3%) und Wachstumsgründer (127.000, +10%) aufwärts. (ebd.) Der aktuelle „Länderbericht Deutschland des Global Entrepreneurship Monitor bestätigt den erfreulichen Anstieg der Chancengründungen und betont, dass es einen Grund zu Optimismus hinsichtlich des Gründungsgeschehens in Deutschland gibt (Sternberberg et al. 2018, S. 8).
Die Gründer von heute bilden den Mittelstand von morgen. „Kleine und mittlere Unternehmen (KMU), oft auch als „der Mittelstand bezeichnet, werden in ihrer Bedeutung für die Wirtschaft oft unterschätzt. Das Institut für Mittelstandsforschung Bonn (ifm Bonn) definiert KMU insgesamt als Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern und mit einem Umsatz von bis zu 50 Millionen Euro. Diese KMU stellen ca. 99% aller Unternehmen (vgl. BMWi o.D.) und sie bieten ca. 82% der Ausbildungsplätze sowie 58% der Arbeitsplätze an, wodurch der Mittelstand zu Recht als die tragende Säule des Arbeitsmarktes in Deutschland bezeichnet werden kann.
Die Unternehmerfunktion in der ökonomischen Theorie
Um die Unternehmerfunktion richtig zu verstehen, hilft ein Blick in die ökonomische Theorie, in der hinsichtlich des Unternehmerbegriffes drei Phasen unterschieden werden: die Zeit vor der Neoklassik (Merkantilismus/Kameralismus, Klassik, Sozialismus, Historische Schule), die Neoklassik und die Post-Neoklassik. Als Vertreter der Vor-Neoklassik, die sich mit der Funktion des Unternehmers befassen, können u.a. Richard Cantillion (16971734) und Jean-Baptiste Say (17671832), als Vertreter der Neoklassik u.a. Carl Menger (18381917) und Frank Hyneman Knight (18851972) und als Vertreter der Post-Neoklassik z.B. Joseph Schumpeter (18831950) und Israel M. Kirzner (*1930) genannt werden (Welzel 1995, S. 41ff.).
Seit den 2000er-Jahren ist das neue Begriffspaar „Entrepreneurship bzw. „Entrepreneur auch im deutschsprachigen Raum gebräuchlich. Entrepreneurship beinhaltet das Verfolgen einer unternehmerischen Gelegenheit (Opportunity), auch wenn man noch nicht über die Geldmittel, die Mitarbeiter oder die administrative Infrastruktur verfügt: „Entrepreneurship is the pursuit of opportunity without regard to ressources currently controlled (Stevenson et al. 1994, S. 5). Der Entrepreneurship-Begriff hat damit eine andere Konnotation als der Begriff der „Existenzgründung. Eine für den Aufbau einer kompetenzorientierten „Entrepreneurship Education hilfreiche Definition liefert die europäische Kommission im „EntreComp (Entrepreneurship Competence) Conceptual Model:
Im Folgenden soll der Versuch unternommen werden, die ökonomische Definition von Stevenson et al. und die kompetenz- und...

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