10. – 11. Schuljahr

Klaus Barheier

Die Globalisierung meistern

Europäische Antworten auf die Globalisierung

Im Mai 2017 erschien ein von der EU-Kommission herausgegebenes „Reflexionspapier mit dem bezeichnenden Titel „Die Globalisierung meistern. Im Vorwort heißt es u.a.: „Viele Europäerinnen und Europäer vor allem die jüngere Generation sehen die Vorteile, die es ihnen bringt, mit Menschen in anderen Ländern und Kontinenten vernetzt zu sein. Und sie haben recht: Rund ein Drittel unserer Nationaleinkommen beruht auf dem Handel mit dem Rest der Welt. Aber viele sind auch besorgt. Sie sehen die Globalisierung als Synonym für Entlassungen, soziale Ungerechtigkeit oder niedrige Umwelt-, Gesundheits- und Datenschutzstandards. Sie halten sie für eine der Ursachen der Aushöhlung von Traditionen und Identitäten. Dieser Sorgen müssen wir uns annehmen. []
Dieses Spannungsfeld versucht der Beitrag aufzugreifen, indem er sich zunächst den positiven Wirkungen einer Europäischen Union unter globalisierten Bedingungen zuwendet. Sodann widmet er sich den gegenwärtigen Herausforderungen, die geeignet sind, die bisherige Rolle Europas in der Welt ins Wanken zu bringen. Zunehmend besorgte Stimmen sind unüberhörbar. Es stellt sich umso mehr die Frage, welche Wege die Europäische Union zukünftig beschreiten wird. Europas Schicksal das ist unübersehbar drückt dem Fort- bzw. Rückgang des Globalisierungsprozesses einen Stempel auf.
Die Europäische Union ist meist zum Ende der Sekundarstufe I in den Lehrplänen verzeichnet. Eine vertiefte Behandlung der Fragestellungen zur Europäischen Union und zur Globalisierung erfolgt allerdings häufig in fortgeschrittenen Jahrgangsstufen der Sekundarstufe II. Voraussetzungen, die in diese Unterrichtssequenz einfließen, werden allerdings auch schon in den Eingangsstufen der Oberstufe im Kontext der Ökonomie grundgelegt.
Unterrichtsdramaturgie
Eröffnet wird die Unterrichtssequenz mit Arbeitsblatt 1 , das durch ein doppeltes Meinungsbild eine Öffnung für die Thematik erreichen möchte. Es handelt sich um schülerseitige Meinungen wie um Meinungen von Politikern und Experten. Das Arbeitsblatt 2 beschäftigt sich mit den wirtschaftlichen Erfolgen der Europäischen Union, die sich ersichtlich allesamt der Globalisierung und Vernetzung verdanken. Die „Erfolgsgeschichte spiegelt sich auch in Teilen der Grafiken wieder (Arbeitsblatt 3 ), wenngleich die Statistiken und Schaubilder schon eine Eintrübung dieser Erfolge ansatzweise zu erkennen geben. Der folgende Text des ehemaligen Außenministers Joschka Fischer (Arbeitsblatt 4 ) nimmt gleichsam die hier grundgelegte Spur auf und fokussiert die Herausforderungen und Bedrohungen der Europäischen Union, sofern sie am Status quo festhält. Sie droht von anderen Wirtschaftsmächten im globalen Wettbewerb in absehbarer Zeit überholt zu werden. Den Abschluss bilden die dem „Weißbuch zur Zukunft Europas entnommenen fünf Szenarien (Arbeitsblatt 5 ). Es bietet sich möglicherweise an, auch zum Abschluss der Unterrichtssequenz noch einmal die „Zielscheibe“ aus dem ersten Arbeitsblatt im Sinne einer Evaluation der Einheit – einzusetzen.
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont
AB 1
  • 1. und 2.Durch die Items der abgebildeten Zielscheibe werden die Schülerinnen und Schüler mit der Thematik der Unterrichtssequenz konfrontiert. Sie sollen sich zu den einzelnen Aussagen positionieren.
  • 3.Aussage A benennt die gravierenden Herausforderungen (u.a. Terrorismus, Migration), die die EU zu bewältigen hat. Die adäquate Reaktion angesichts dieser Herausforderungen ist ein Mehr an Einheit und Solidarität. Nur Zusammenhalt zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft verhindert, dass die EU zukünftig zu den Verlierern der Globalisierung zählt.
  • Aussage B betont, dass die Europäer letztlich der Offenheit die enormen wirtschaftlichen Erfolge verdanken.
  • Aussage C warnt vor den Folgen des Protektionismus, da Europa und auch Deutschland von offenen Märkten und...

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