1. – 13. Schuljahr

Alisa Elsner

Warum kann Anna nicht schwimmen?

Mit der „Mystery-Methode kommunalpolitischenZusammenhängen auf der Spur

Sprachlernen sollte bewusst gefördert und nicht als bloßer „Mitlerneffekt (vgl. Leisen 2018, 20) betrachtet werden. Sprache ist demnach keine Zusatzaufgabe, sondern Gehilfin beim Erlernen der Fachsprache (vgl. ebd.). Diese Gehilfin unterstützt jedoch auch dabei, das Verständnis der fachlichen Inhalte im Fach Politik - Wirtschaft zu verbessern Fachlernen und Sprachlernen bedingen und unterstützen sich gegenseitig (vgl. ebd.).
Im Rahmen der vorliegenden Unterrichtseinheit setzen sich die Schülerinnen und Schüler auf fachlicher Ebene mit der Problematik der Finanzierung von Pflicht- und freiwilligen Selbstverwaltungsaufgaben einer Gemeinde auseinander und lernen den kommunalen Haushalt besser kennen.
Dabei geht es nicht nur um den Ausbau der Sach- und Methodenkompetenz. Ein Fokus liegt auf dem Erlernen der Fachsprache und dessen kontextbezogener Verwendung.
Deutschland Heimat der Nichtschwimmer?
In Bezug auf die Zahl der Schwimmbadschließungen in Deutschland lässt sich feststellen: Den Kommunen fehlt es an Geld. Längst ist vom „Schwimmbadsterben die Rede, und auch die DLRG spricht bereits Warnungen aus (vgl. Ziepke 2019). Der Schwimmunterricht in der Grundschule kann immer häufiger nicht stattfinden. Kein Wunder also, dass sich die Zahlen der Nichtschwimmer in Deutschland inzwischen doch relativ dramatisch erhöht haben: Laut Forsa-Umfrage sind rund 60 % der Zehnjährigen keine sicheren Schwimmer mehr (vgl. ebd). Bei der Problematisierung durch das Mystery „Anna kann nicht schwimmen, weil es in ihrer Gemeinde immer weniger Hunde gibt, handelt es sich also um ein realpolitisch existentes Problem dessen Wurzeln u.a. in der Kommunalpolitik zu finden sind: Diese verfolgt verschiedene Aufgaben, die sich grob in die sog. Pflicht- und freiwilligen Selbstverwaltungsaufgaben unterscheiden lassen. Dabei gibt die Gemeinde Geld für Pflichtaufgaben wie beispielsweise die Abwasserbeseitigung, den Bau und Erhalt von Straßen und Schulen, die Müllabfuhr, Bebauung und die Trinkwasserversorgung etc. aus (vgl. Schauenberg 2012). Diese Aufgaben müssen erledigt werden, und dafür nimmt die Kommune ggf. auch Schulden bzw. Kredite in Kauf. Dagegen gehören Einrichtungen wie Jugendtreffs, Spielplätze, Museen oder Theater, die Stadtbücherei oder eben das Schwimmbad zu den freiwilligen Selbstverwaltungsaufgaben einer Gemeinde und werden, wenn der kommunale Haushalt in ein Ungleichgewicht gerät, häufig vernachlässigt oder gestrichen (vgl. ebd.).
Unterricht sprachsensibel gestalten
Um die vorliegende Unterrichtsidee möglichst reibungslos durchführen zu können, sollten idealerweise die folgenden Voraussetzungen erfüllt sein: Die Schülerinnen und Schüler sind ausreichend in den Unterrichtsgegenstand „Politik in der Gemeinde eingeführt und können sicher zwischen freiwilligen und verpflichtenden Selbstverwaltungsaufgaben einer Gemeinde unterscheiden und dazu Beispiele nennen. Außerdem sollten bereits die Einnahmequellen einer Gemeinde thematisiert worden sein (Einnahmen durch Steuern, Gebühren, Eintritte etc., am besten verdeutlicht an Beispielen für freiwillige und verpflichtende Selbstverwaltungsaufgaben).
Idealerweise hat die Lehrkraft auch bereits das sprachsensible Unterrichten im Blick, d.h., politikwissenschaftliche Fachbegriffe wurden eingeführt und den Schülerinnen und Schülern verschiedene sprachliche Hilfen zur Verfügung gestellt (vgl. „Scaffolding, s.u.), z.B. mithilfe eines Glossars (als Tabelle im Heft, als Wandzeitung ...).
Der aus dem Englischen stammende Begriff „Scaffolding bedeutet übersetzt so viel wie „sprachliches Gerüst. Dabei geht es neben dem fachlichen Inhalt des Unterrichts um die Vermittlung von Sprachkompetenz im Fachunterricht. Durch die Vorgabe dieser Gerüste, in Form von unterschiedlichen Hilfestellungen, kann man den Schülerinnen und Schülern dabei helfen,...

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